Naomi Sample noch schneller als Maurer in der S-Bahn

Unbekannte haben eine Tür eines Hamburger S-Bahn-Waggons zugemauert. Die betroffene S-Bahn der Linie 11 war am Dienstagnachmittag vom Betriebsbahnhof Barmbek in Richtung Blankenese unterwegs, wie die Bundespolizei am Mittwoch mitteilte. Erst auf dem Rückweg nach Altona meldeten Fahrgäste die zugemauerte Eingangstür. Zu diesem Zeitpunkt war die S-Bahn bereits eineinhalb Stunden unterwegs. Schließlich wurde der Zug an der Haltestelle Sternschanze gestoppt. Die Fahrgäste mussten ihn dort verlassen. Die S-Bahn wurde schließlich ins Betriebswerk nach Ohlsdorf gefahren. Dort wurde die Mauer wieder eingerissen.

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Erste Ermittlungen der Bundespolizei ergaben, dass die Täter in der Nacht zu Dienstag die Tür des Zuges zumauerten, der auf einem Abstellgleis in Barmbek geparkt war. Die 17 Ytong-Steine waren demnach exakt auf den Eingangsbereich zugeschnitten und professionell aufeinandergestapelt. Sie wurden untereinander mit einem Kleber befestigt, auch der Eingangsbereich wurde zugeleimt. „Da ist durchaus handwerkliches Geschick dahinter“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Irrtümlicherweise der Tat verdächtigt wurde der bekannte norddeutsche Musiker „Naomi Sample“, da dieser bei einem der etwa 60sekündigen Stops des Zuges ein Grafitti auf die Außenseite der Mauer sprühte. Die Polizei brachte den Chiptunekünstler aufgrund des Tags „Naomi“ direkt mit der Sachbeschädigung am S-Bahn-Wagon in Verbindung, musste ihre Anschuldigungen allerdings aufgrund eines überzeugenden Alibis und unhaltsamer Beweise zurück nehmen.

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„Ich sah die Mauer nur durch Zufall im Vorbeigehen und sprühte sofort los. Das Grafitti malte ich eigentlich nur aus Reflex. Wie die Mauer dort hinkam, war mir in dem Moment eigentlich total egal.“, äußerte sich Naomi Sample zu seiner Aktion unbewusst darüber, die eigentliche Tat damit völlig in den Schatten gestellt zu haben. „Da ich mit dem besprühen der ungewollten Wand nicht einmal Sachbeschädigung am Eigentum des HVV beging, habe ich auch keine Strafe zu befürchten!“ Die noch unbekannten und für die Maueraktion verantwortlichen Handwerker würden bei Aufklärung des Falles allerdings ordentlich zur Kasse gebeten. „Was so aussieht wie ein Scherz, ist eindeutig eine Straftat“, sagte eine Bahn-Sprecherin. Der Schaden soll sich nach ihren Angaben auf mehrere 10.000 Euro belaufen. Die Bundespolizei fahndet nun nach den unbekannten Tätern, denen eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine hohe Geldstrafe droht.

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